Dynamics of Neo-Latin and the Vernacular

Grotius aan Vossius

Vertaling Brief van Grotius aan Vossius 472 (19. August 1616)
– vertaling Ümmü Yüksel

Ich habe, verehrter Herr, deine Briefe und die von Rigaltius und zur gleichen Zeit von ihnen eine Juvenalisausgabe und von dir Gedichte von einem sehr schlechteren Dichter empfangen: Alle sind in der Tat sehr geliebt, aber zuallererst hat mich dein Brief erfreut, weil ich sehe, wie sehr du meine lieb hast und wie sorgfältig du für alles Meinige sorgst. Was ich über Angelus Merula geschrieben habe, liegt einige Zeit zurück und mir fällt das Thema des Epigramms nicht ein; an das Ende erinnere ich mich. Wenn es nichts anderes zeigt als von welcher Religion ich bin und die Grausamkeit der Zeiten verurteilt, dann ist nichts, was an ihren Namen weggelassen wurde, weil in der Zueignung/Empfehlung von Borrius’ Geschichte und im Loblied Englands und anderswo solche Sachen anzutreffen sind; wenn nicht irgendeine scharfe Anfeindung der römischen Kirche oder des Papstes enthalten ist, konnte er weggelassen werden, damit nicht obendrein dem Drucker etwas an Gewinn abgeht. Mir würde Rat gefallen über das, was der Tragödie voranzuschicken wäre. Ich bin der Ansicht, dass vom Bild der Religion nichts zu ändern wäre/sei. Folgende Inschrift des Buches würde mir gefallen: Die Gedichte von Hugo Grotius gesammelt und zum größten Teil nun zum ersten Mal herausgegeben von dem Bruder Wilhelm Grotius. Die Titel der Bücher wird die nächste Seite anzeigen, oder etwas Ähnliches. Die Loblieder sind mit Dichtungen des Bruders abzuschließen. Was die Erotopaegnia und Instrumentum Domesticum betrifft – was sehr wenig und nicht würdig ist, dass es dem Druckfehlerverzeichnis zugerechnet werde – sie bilden für sich kein Buch. Der Brief des Bruders ist besser derart zu ändern, dass keine Erwähnung eines dritten Buches geschieht. Dass dein Brief und meiner an den Leser schön herausgegeben werden, weiß ich, dass es dir ein Anliegen sein wird. Ich habe das Exemplar von Thomson empfangen, mit Vergnügen gelesen und dem Gesandten von Frankreich zum Geschenk gegeben, als er dieser Tage bei mir frühstückte. Corvinus hat mir neulich geschrieben, dass ich angebe, wie viele Exemplare ich obendrein bräuchte; ich habe dazu geschwiegen. Aber wenn er vier oder fünf ungebundene Exemplare schickt, werde ich ihm dafür dankbar sein. Dass Diamantius den höchsten wie den niedrigsten gefällt, verstehe ich mit Freude. Ergeben wird sich einst, wie ich hoffe, die Gelegenheit mit ihm/demselben über Sachen der Kirche zu reden. Du wirst in aller Ruhe an die Auszüge denken, die zur Versöhnung der Parteien zu machen sind. Ich glaube, dass wir durch die nächste Sitzung wissen werden, ob irgendeine Hoffnung auf Frieden – was Gott abwende/verhüte – oder die offene Glaubensspaltung ist. Sei gegrüßt verehrter Herr mit deiner allerbesten Gattin und Familie. 19. August 1616.

Ganz der Deinige

H. Grotius